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Bildvorstellung: sphere

Heute will ich ein wenig zur Entstehung eines Bilder erzählen: sphere

Zuerst einmal ist es durch Lightpainting entstanden, das ist eine Technik, bei der man während einer Langzeitblichtung mit Lichtquellen im Bild “malt”. Ich habe vor, zu den Grundlagen demnächst eine ausführliche Einleitung zu schreiben, deshalb soll das hier erstmal genügen. Bei diesem Bild sind jetzt mehrere Lichtquellen zum Einsatz gekommen und diese möchte ich nun im einzelnen erklären:

“Aura” um die Person

Der Lichteffekt um die Sillouette der Person ist durch eine einfache LED-Taschenlampe enstanden, vor das ein Kegel aus einem halben DIN A4 Blatt geklebt ist. Hat man häufig dabei, kostet nichts (war nicht mein Blatt ;) ) und erzeugt einen tollen Effekt.

Grüne Treppe

Die Treppe wurde von einem einzelnen Aufsteckblitz beleuchtet, der zweimal ausgelöst wurde. Die Farbe kommt von einem grünen Plastikfilter, der bei dem Blitz mitgeliefert wurde (vor geschätzen 40 Jahren). Wenn man sowas nicht hat, funktioniert auch grüne Folie, bevorzugt solche zum Bücher einschlagen ist recht gut geeignet (Oder natürlich Blitz-Gels von Lee, Rosco, …).

Lichtkreis

Der Lichtkreis im Hintergrund ist dadurch entstanden, dass eine batteriebetriebene Lichterkette im Kreis geschwungen wurde (Laut Fabian gibt es sowas nach Weihnachten günstig zu kaufen).

Zum Schluss ist da noch diese blaue Linie, aber die ist nicht weiter der rede Wert, einfach eine blaue Lampe nehmen und durch Bild laufen. Damit sie hier einigermaßen gerade wurde, habe ich sie auf ein Fahrrad gelegt und durchs Bild geschoeben

Das schaffe ich nie in 30 Sekunden!

Da obige Bild ist mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden enstanden und war so nur möglich, weil viele Leute (4) mitgeholfen haben. Wenn man mit weniger Personen unterwegs ist, kann man sowas aber trotzdem machen und zwar fallen mir da spontan zwei Möglichkeiten ein:

Collage

Man nimmt mehrere Bilder auf und fügt sie danach mit einem Bildbearbeitungsprogramm zusammen. Wenn man die Bilder jeweils gleich belichtet und sich das Umgebungslicht nicht stark ändert, sollte das nicht sonderlich kompliziert werden.

Längere Belichtungszeit

Alternativ dazu kann man eine sehr viel länger Belichtungszeit einstellen. Wenn es dafür zu hell ist, dann hilft hier der Einsatz von Graufiltern.

Fotografieren von Kindergruppen

Grundsätzlich bin ich ein großer Befürworter davon, Kinder in ihrer natürlichen Umgebung zu fotografieren. Martin Gommel von kwerfeldein.de hat da vor längerem mal viel wahres drüber geschrieben, aber ich stand neulich vor einer Situation, in der ich keine Chance sah, Kinder wirklich natürlich abzulichten. Meine Schwester ist Inhaberin einer Kinderbetreuung und fragte mich, ob ich nicht Bilder von den Kindern machen könnte, die die Eltern dann an die Verwandten verschenken können. 16 Kinder fotografiert man nicht mal eben in natürlicher Umgebung und man kriegt auch nicht die Eltern zusammen, weil die Kinder meist in der Betreuung sind, weil die Eltern zu der Zeit arbeiten müssen. Daher habe ich versucht, mit einem Studiosetup so wenig Kitsch wie möglich zu produzieren, auch wenn ich mir etwas Lightpainting nicht verkneifen konnte ;)

Das größte Problem, das ich in dem zum Studio umgebauten Spielzimmer hatte, war die Tatsache, dass die meisten Kinder mich nicht kannten. Gemischt mit der ungewohnten, bzw. veränderten Umgebung führte das dazu, dass sie relativ eingeschüchtert waren. Es hat dann aber recht gut geholfen, sie mit ihren gewohnten Spielsachen zu beschäftigen, besonders gut funktioniert haben im nachhinein die Seifenblasen. Kinder finden sie toll und sie haben den schönen Nebeneffekt, dass sie auf Fotos auch noch schön aussehen. Ansonsten gibts es eigentlich nur eine wichtige Sache zu beachten, ihr müsst euch konsequent zum Affen machen! Ich war nach 4 Stunden fotografieren vom ständigen Kinder bespaßen völlig fertig, aber dafür hatte ich das gute Gefühl, das jedes Kind zumindest kurzzeitig mal gelächelt hat…

Außerdem ist es eine große Hilfe, wenn eine Person dabei ist, die die Kinder kennen, was hier meine Schwester, also die Erzieherin war. Hier nochmal “Danke Tina”, ohne dich wären die Ergebnisse weniger schön geworden.