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Bildvorstellung “fire in the hole”

Heute möchte ich euch ein Bild vorstellen, das letzte Woche gemeinsam mit einigen Mitglieder der FotoAG entstanden ist. Es ist mal wieder ein Lightpainting und nachdem ich es hochgeladen habe, wurde ich mehrfach gefragt, wie denn dieses Feuer entstanden ist. Damit ich einfach diesen Link hier rumschicken kann, schreibe ich diesen Artikel ;)

“fire in the hole” (Klick macht groß)

Vorbereitungen/Einstellungen

Wie für jedes Lightpainting braucht man ein stabiles Stativ und im Idealfall einen Fernauslöser, damit die Kamera beim Auslösen nicht verwackelt. Das Bild hier hat keine allzu lange Belichtungszeit, sondern ist bei 2 Sekunden entstanden, sonst waren es einfach zu viele Funken auf dem Bild. Sonstige Einstellungen waren ISO100 und Blende 14. Der Fokus sollte beim Lightpainting immer manuell eingestellt werden und ich habe mir eine Markierung auf dem Boden gesucht, damit ich das nicht für jeden Versuch neu machen muss.

Funken erzeugen

Die sprühenden Funken werden durch glühende Stahlwolle erzeugt. Stahlwolle gibt es in jedem Baumarkt und wird eigentlich zum Schmirgeln von Holz und anderen Oberflächen verwendet. Wichtig ist hier, dass man “mittel-feine” Stahlwolle kauft, weil die Fäden sonst zu dick sind, um sich entzünden zu lassen oder so dünn, dass der Spaß sehr schnell vorbei ist. Die Stärke der Stahlwolle wird von 000, 00, …, 5 angegeben und ich benutze die Stärke 0 von der Firma RAKSO und die hat mich im Baumarkt mal wenige Euro gekostet.

Von dieser Stahlwolle reiße ich ein wenig ab und spieße das mehrmals auf ein Stück Draht, mit dem man eigentlich Blumen fixiert, den ich meinen Eltern aus dem Keller geklaut habe. Diesen Draht kann man nach dem Entzünden einfach im Kreis drehen und die Funken fliegen. Die genaue Dosierung erfordert ein bisschen Übung, probiert das einfach mal aus, so eine Packung Stahlwolle ist ja nicht teuer und hält sehr lange.

Anzünden mit einem Feuerzeug kann schnell zum Verbrennen der Finger führen, deshalb empfehle ich eine 9 Volt Blockbatterie. Wenn man die an die Stahlwolle hält, entsteht ein Kurzschluss und die Stahlwolle entzündet sich. Das ist sehr viel einfacher.

Sicherheit

Ihr habt vor, mit glühendem Metall um euch zu werfen, da muss man ein paar Dinge beachten:

  • Achtet darauf, dass kein brennbares Material in der Nähe liegt (trockenes Gras, Laub, …)
  • Tragt lange Kleidung und vor allem eine Kapuze. Sobald ihr das Zeug in die Haare kriegt, fangen die an zu schmoren!
  • Haltet Abstand zu eurer Kamera, die Eisenspäne brennen sich in die Beschichtung eurer Frontlinse.

Man könnte diese Liste sehr lang fortführen, aber ich traue euch einfach genug gesunden Menschenverstand zu, hiermit keine Großbrände zu legen. Lediglich möchte ich noch sagen, dass ihr je nach Location eine Erlaubnis dafür braucht, so etwas zu machen. Also fragt vorher nach, dann kriegt ihr auch keinen Ärger.

Bildvorstellung: sphere

Heute will ich ein wenig zur Entstehung eines Bilder erzählen: sphere

Zuerst einmal ist es durch Lightpainting entstanden, das ist eine Technik, bei der man während einer Langzeitblichtung mit Lichtquellen im Bild “malt”. Ich habe vor, zu den Grundlagen demnächst eine ausführliche Einleitung zu schreiben, deshalb soll das hier erstmal genügen. Bei diesem Bild sind jetzt mehrere Lichtquellen zum Einsatz gekommen und diese möchte ich nun im einzelnen erklären:

“Aura” um die Person

Der Lichteffekt um die Sillouette der Person ist durch eine einfache LED-Taschenlampe enstanden, vor das ein Kegel aus einem halben DIN A4 Blatt geklebt ist. Hat man häufig dabei, kostet nichts (war nicht mein Blatt ;) ) und erzeugt einen tollen Effekt.

Grüne Treppe

Die Treppe wurde von einem einzelnen Aufsteckblitz beleuchtet, der zweimal ausgelöst wurde. Die Farbe kommt von einem grünen Plastikfilter, der bei dem Blitz mitgeliefert wurde (vor geschätzen 40 Jahren). Wenn man sowas nicht hat, funktioniert auch grüne Folie, bevorzugt solche zum Bücher einschlagen ist recht gut geeignet (Oder natürlich Blitz-Gels von Lee, Rosco, …).

Lichtkreis

Der Lichtkreis im Hintergrund ist dadurch entstanden, dass eine batteriebetriebene Lichterkette im Kreis geschwungen wurde (Laut Fabian gibt es sowas nach Weihnachten günstig zu kaufen).

Zum Schluss ist da noch diese blaue Linie, aber die ist nicht weiter der rede Wert, einfach eine blaue Lampe nehmen und durch Bild laufen. Damit sie hier einigermaßen gerade wurde, habe ich sie auf ein Fahrrad gelegt und durchs Bild geschoeben

Das schaffe ich nie in 30 Sekunden!

Da obige Bild ist mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden enstanden und war so nur möglich, weil viele Leute (4) mitgeholfen haben. Wenn man mit weniger Personen unterwegs ist, kann man sowas aber trotzdem machen und zwar fallen mir da spontan zwei Möglichkeiten ein:

Collage

Man nimmt mehrere Bilder auf und fügt sie danach mit einem Bildbearbeitungsprogramm zusammen. Wenn man die Bilder jeweils gleich belichtet und sich das Umgebungslicht nicht stark ändert, sollte das nicht sonderlich kompliziert werden.

Längere Belichtungszeit

Alternativ dazu kann man eine sehr viel länger Belichtungszeit einstellen. Wenn es dafür zu hell ist, dann hilft hier der Einsatz von Graufiltern.

Fotografieren von Kindergruppen

Grundsätzlich bin ich ein großer Befürworter davon, Kinder in ihrer natürlichen Umgebung zu fotografieren. Martin Gommel von kwerfeldein.de hat da vor längerem mal viel wahres drüber geschrieben, aber ich stand neulich vor einer Situation, in der ich keine Chance sah, Kinder wirklich natürlich abzulichten. Meine Schwester ist Inhaberin einer Kinderbetreuung und fragte mich, ob ich nicht Bilder von den Kindern machen könnte, die die Eltern dann an die Verwandten verschenken können. 16 Kinder fotografiert man nicht mal eben in natürlicher Umgebung und man kriegt auch nicht die Eltern zusammen, weil die Kinder meist in der Betreuung sind, weil die Eltern zu der Zeit arbeiten müssen. Daher habe ich versucht, mit einem Studiosetup so wenig Kitsch wie möglich zu produzieren, auch wenn ich mir etwas Lightpainting nicht verkneifen konnte ;)

Das größte Problem, das ich in dem zum Studio umgebauten Spielzimmer hatte, war die Tatsache, dass die meisten Kinder mich nicht kannten. Gemischt mit der ungewohnten, bzw. veränderten Umgebung führte das dazu, dass sie relativ eingeschüchtert waren. Es hat dann aber recht gut geholfen, sie mit ihren gewohnten Spielsachen zu beschäftigen, besonders gut funktioniert haben im nachhinein die Seifenblasen. Kinder finden sie toll und sie haben den schönen Nebeneffekt, dass sie auf Fotos auch noch schön aussehen. Ansonsten gibts es eigentlich nur eine wichtige Sache zu beachten, ihr müsst euch konsequent zum Affen machen! Ich war nach 4 Stunden fotografieren vom ständigen Kinder bespaßen völlig fertig, aber dafür hatte ich das gute Gefühl, das jedes Kind zumindest kurzzeitig mal gelächelt hat…

Außerdem ist es eine große Hilfe, wenn eine Person dabei ist, die die Kinder kennen, was hier meine Schwester, also die Erzieherin war. Hier nochmal “Danke Tina”, ohne dich wären die Ergebnisse weniger schön geworden.