Wie ich auf Twitter schon erwähnt hatte, habe ich gestern nachmittag ein Grid für meine Softbox gebaut. Es ist noch nicht ganz fertig, aber ich möchte es euch dennoch schonmal zeigen.
Wofür braucht man ein Grid?
Ein Grid beschränkt die Streuung zur Seite sehr stark. Meine Softbox ist 80×80 cm groß und der Raum, in dem ich meistens fotografiere, ist sehr klein. Daher habe ich häufig ein Problem mit Streulicht, das von den Wänden reflektiert wird. Durch das Grid wird dieses Streulicht minimiert und ich bekomme mehr Kontrolle über das Licht.
Wie wird das Grid gebaut?
Das schöne an dem Grid ist, dass es komplett aus Tape gebaut wird. Ich habe ein Rolle schwarzes Tape, 50mm breit und 50m lang gekauft, und das ist völlig ausreichend. Man kann dabei getrost preiswerte Marken kaufen, weil immer die beiden klebenden Seiten aufeinander geklebt werden. Daher reicht auch die Haftkraft von Billigprodukten vollkommen aus. Im Ideall findet ihr welches, das matt ist.
Ich möchte hier noch darauf hinweisen, dass die Idee nicht von mir kommt, sondern von dem Flickr Nutzer cuki_gamulea. Er hat auch eine sehr schön bebilderte Anleitung dafür erstellt, auf die ich hier nur verweisen möchte.

Wenn ihr auf das Bild klickt, dann landet ihr bei der Beschreibung, allerdings möchte ich sie hier nochmal ins deutsche übersetzen und ein wenig ergänzen:
- Entscheidet euch für eine Gitterbreite. Dabei müsst ihr überlegen, wie starkt ihr das Licht beschränken wollt und wie viel Arbeitszeit ihr investieren wollt. Weil mehr Zellen führt zu mehr Aufwand
Meine Softbox ist 80×80 cm groß, und ich habe mich für Zellen mit einer Kantenlänge von 8cm entschieden, so dass ein 10×10 Gitter entsteht.
- Schneidet euch eine Vorlage aus Pappe, die doppelt so lang ist, wie eure Kantenlänge, in meinem Fall also 16cm.
- Wickelt das Tape mit der nicht klebenden Seite um die Vorlage und verklebt es.
- Als Unterlage habe ich einen langen Streifen Tape auf meinen Schreibtisch gelegt, daruf klebt ihr nun eure erste Zelle.
- Die nächste Zelle wird genauso erzeugt und ihr legt sie mit einem Versatz von eurer Kantenlänge auf die erste Zelle (hier also 8cm)
- Schritt 3-5 wiederholt ihr nun 10 mal und dann habt ihr die erste Reihe fertig.
- Nun wiederholt ihr Schritt 3-6 10 mal, wobei ihr die erste Zelle einer Reihe immer um eure Kantenlänge nach links oder rechts versetzt ansetzt (einmal für links oder rechts entschieden, müsst ihr eurer Entscheidung treu bleiben
).
- Fast fertig, ihr habt nun 10×10 Zellen miteinander verklebt und müsst nur noch die Ränger mit Tape verkleben.
- Jetzt fehlt nur noch die Befestigung. Ich habe dafür Klettband gekauft, es aber leider am Wochenende bei meiner Freundin vergessen. Deshalb musste jetzt erstmal provisorisch etwas Kreppband herhalten. Da es oben aber nur an wenigen Stellen befestigt ist, hängt das Grid momentan leider etwas durch. Daher würde ich empfehlen, zumindest an der Oberseite über die gesamte Länge Klettband zu benutzen.
Noch ein paar Tipps:
- Auch wenn sich Tape sehr schön zerreißen lässt, ist eine Schere sehr nützlich, weil dadurch die Gefahr des Verklebens reduziert wird.
- Sollte euch die Neugier packen und ihr wollt das Grid schonmal entfalten, seid sehr vorsichtig. Wenn die Klebeseiten des Tapes einmal aneinander kleben heißt es “Nochmal von vorn beginnen”.
Nun noch ein paar Bilder meiner fertigen Softbox (Klick macht groß). Die Bilder sind nur auf die Schnelle gemacht und in erster Linie soll man den Unterschied sehen, wie stark der Unterschied beim Streulicht an der Wand ist. Die Kameraeinstellungen sind identisch (ISO200, F20, 1/200s) und auch der Blitz wurde nicht umgestellt.

Habt ihr noch Fragen dazu? Dann schreibt doch einfach einen Kommentar.
Update: Ein paar Bilder, nachdem ich ich das Kreppband durch Klettband ausgetauscht habe.
