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E-TTL Funkauslöser YN-622C

Die Firma Yongnuo ist in erster Linie bekannt für ihre günstigen manuellen Blitze. Diese bestechen durch den günstigen Preis und die gleichzeitig sehr gute Verarbeitung. Ich benutze zwei dieser Blitze und bin sehr zufrieden damit. Daher war ich ziemlich begeistert, als ich gesehen habe, dass Yongnuo nun auch einen E-TTL Funkauslöser im Programm hat. Letzte Woche sind sie aus China bei mir angekommen und da es noch nicht wirklich deutschsprachige Berichte dazu gibt, wollte ich mal meine Meinung zu den Teilen niederschreiben. Momentan gibt es den Auslöser nur für Canon, die Nikon Version soll aber auch noch kommen. Aber ganz ehrlich, wer braucht das schon.

Funktionsweise

Die Auslöser übertragen das E-TTL Signal von Canon Kameras zum Blitz und ermöglicht somit über eine Funkstrecke den gleichen Bedienkomfort des Blitzes, als steckte er direkt auf der Kamera. Hierbei ist es dann nützlich, eine Kamera zu haben, bei der man im Menü den externen Blitz steuern kann, dann muss man den Blitz nur anschalten und danach braucht man ihn nicht mehr anfassen. Die Funkauslöser unterstützen den kompletten Funktionsumfang des Canon E-TTL Systems, insbesondere kann man auch die Verhältnisse zwischen zwei Gruppen (“Ratio”) einstellen. Dies unterscheidet den Auslöser zum Beispiel von den Pixel Kings, die das nicht können.

 

Besonderheiten

AA-Akkus

Extrem praktisch finde ich, dass die Auslöser mit AA-Akkus versorgt werden. Die habe ich sowieso für die Blitze im Rucksack, so dass hier keine Probleme entstehen. Viele Auslöser werden leider mit CR2 oder C123 Batterien versorgt, die man dann immer noch zusätzlich mit herumtragen muss.

E-TTL Passthrough

Oben auf dem Auslöser ist ein vollwertiger TTL-Blitzschuh, der auch auf der Kamera funktioniert. Man kann also zusätzlich zum Auslöser auch noch einen Blitz auf die Kamera stecken, das ist extrem nützlich zum Aufhellen.

Supersync

Ich habe vorher in der Produktbeschreibung gelesen, dass der Auslöser über die PC-Buchse an Studioblitze angeschlossen werden kann. Bis hierhin ist das nicht besonderes, das kann fast jeder Auslöser. Aber dann stand da noch etwas von “Supersync”, einer Methode mit der es mit Studioblitzen möglich sein soll, bis zu 1/8000s zu synchronisieren. Also HSS mit Studioblitzen sozusagen. Da ich keine Ahnung hatte, wie das überhaupt funktionieren soll, war ich da sehr skeptisch. Aber was soll ich sagen, ES FUNKTIONIERT. Ich werde versuchen, herauszufinden, wie das geht und es hier erklären, bis jetzt ist das für mich Magie ;) Die Ergebnisse sollen wohl sehr unterschiedliche sein, je nachdem welchen Blitz man benutzt, also werde ich in Zukunft die Auslöser an jeden Blitz basteln, der mir in die Finger kommt und das testen.

Fazit

Bis jetzt bin ich unglaublich begeistert von den Teilen und freue mich auf den ersten Outdoor-Einsatz. Ich kann den Blitz mit Softbox auf ein Stativ stellen und dann ganz bequem an der Kamera den Blitz regeln. Endlich ist dieses ständige herumgerenne vorbei und meine Freundin, die mir letztens auf zwei Hochzeiten assistiert hat wird sich auch freuen ;)

Vergleich von Lichtformern

Gestern abend bei der FotoAG wurde ich gefragt, wie sich Lichtformer auf die Blitzleistung auswirken. Bei der Frage verweise ich immer sehr gern auf das tolle und zudem noch kostenlose Ebook von Krolop & Gerst: “Leistung & Lichtformer & Aufsteckblitze”. Dann hat es mich aber doch mal interessiert, wie sich meine Lichtformer hier so verhalten und habe das mal schnell durchgetestet mit extrem simplem Setup. Und zwar habe ich mit einem Aufsteckblitz aus ungefähr einem Meter Entfernung ein Objektiv auf einem weißen Stück Pappe fotografiert. Die Blitzleistung habe ich nicht mehr verändert und auch die Position nicht mehr.

Ich werde euch nun die entstandenen Bilder zeigen und immer die Blende dazu schreiben, damit ihr seht, wieviel Licht durch  den Lichtformer verloren geht. Die Methode mit dem Belichtungsmesser ist sehr viel schöner, hab ich aber momentan nicht hier. Da die Bilder in sehr kurzer Zeit entstehen mussten sind sie auch nicht wirklich gut belichtet und es ist als sehr grob anzusehen. Aber immerhin kann man an den Schatten sehr schön sehen, wie weich das Licht bei dem entsprechenden Lichtformer ist.

Nun aber genug der Vorrede…

Blitz direkt (f/11)

Blitz mit DIY Grid-Snoot (f/10)

Blitz mit Bouncer (Joghurtbecher) (f/8)

Blitz mit faltbarer Mini-Softbox (f/7.1)

Blitz mit “Lightsphere”-Nachbau (f/5.6 mit weißer Front, f/8 mit silber)

 

Blitz mit DIY Flashbender (f/8)

Blitz mit faltbarer Softbox (f/8)

Blitz mit Aurora Firefly (f/7.1)

Blitz mit Durchlichtschirm (f/9)

Blitz indirekt über die Decke (f/5.6)

Fazit

Die Ergebnisse sind jetzt nicht sonderlich überraschend:

  1. Je größer die Lichtquelle im Verhältiv zum Motiv ist, umso weicher wird das Licht. Das ist eine sehr starke Vereinfachung, als Faustregel funktioniert sie aber ganz gut.
  2. Je mehr Licht als Streulicht in die Umwelt gelenkt wird, desto geringer ist die Leistung, die euch zur Verfügung steht. Der Raum, in dem die Bilder enstanden sind, ist sehr klein, da kommt von dem Streulicht noch was beim Motiv an.
  3. Spätestens unter freiem Himmel oder farbiger Decke ist es leider vorbei mit indirekt über die Decke blitzen ;)

Man sieht sicherlich auch, dass die Unterschiede zwischen vielen Lichtformern gar nicht sonderlich groß ist und man nicht immer alles braucht. Daher hier nochmal der immer angebrachte Ratschlag: Weniger über scheinbar fehlendes Equipment meckern, einfach kreativ sein und machen!

Datensicherung

Das Thema Datensicherung kommt bei Fotografen ja immer mal wieder zur Sprache. Weil seien wir mal ehrlich, was kann schon schlimmeres passieren als die Bilder der letzten Jahre zu verlieren. Unwiederbringlich weg. Da ich mich im richtigen Leben unter anderem mit Backup-Systemen beschäftige, will ich nach der Frage auf Kwerfeldein da nun auch mal meine Meinung und Erfahrungen verschriftlichen. Zuerst muss ich sagen, dass es bei diesem Thema keine perfekte Lösung geben wird. Jeder muss seinen eigenen Kompromiss zwischen Aufwand, Komfort und Kosten finden. Erstmal möchte ich auf einige Punkte eingehen, die man bei der Sicherung seiner Daten berücksichtigen sollte.

Welche Daten muss ich sichern?

Bevor ihr euch Gedanken über die technische Umsetzung macht, solltet ihr euch erstmal überlegen, was ihr eigentlich sichern wollt und müsst. Ich denke, es ist klar, dass die Bilddateien gesichert werden müssen. Aber ist es nicht auch sinnvoll, das Betriebssystem zu sichern? Weil bei einem Ausfall der Festplatte sind nicht nur die Bilder weg, sondern auch das ganze Betriebssystem inklusive aller Software muss neu aufgesetzt werden und konfiguriert werden. Spätestens wenn man damit sein Geld verdient, kann es sehr unangenehm werden, wenn man einige Tage nicht vernünftig arbeiten kann.

Je mehr Daten ich sichere, desto teurer wird das Backup, deshalb sollte man hier etwas Sparsamkeit walten lassen. Damit meine ich nicht, dass man wichtige Systeme nicht sichern sollte, sondern vielmehr genau überlegen sollte, ob man wirklich alle Bilder eines Shootings benötigt. Ich habe sehr viele Bilder mit geschlossenen Augen, nicht ausgelösten Blitzen und ähnlichen Fehlern, vielleicht sollte man die einfach gleich zu Beginn löschen, dann landen sie auch niemals im Backup ;)

Wie oft muss ich meine Daten sichern?

Eine wichtige Erkenntnis ist die, dass euch Datenträger immer dann kaputt gehen, wenn ihr es nicht gebrauchen könnt. Wenn ihr ein Original löscht, weil ihr gerade mal Platz braucht, weil es ja sowieso noch im Backup ist, wird euch das Backup in genau diesem Moment kaputt gehen. Von daher ist Redundanz wichtig, auch wenn die Kosten dadurch steigen.

RAID

Wenn es um Backups geht, dann kommt man um die Abkürzung RAID nicht vorbei. Ich möchte hier aber gar nicht theoretisch werden, sondern einfach ein wenig aufzählen. Es gibt unterschiedliche RAID Modi:

RAID0

Beim sogenannten Striping werden die Daten auf zwei Festplatten verteilt geschrieben. Im Zweifel ist also keine Datei auf nur einer Festplatte komplett vorhanden, was zum totalen Datenverlust bei Ausfall einer Festplatte führt. Dafür bietet ein solches System aber nahezu die doppelte Geschwindigkeit, weil ja auf zwei Festplatten gleichzeitig geschrieben wird.

RAID1

Beim Mirroring wird das Gegenteil des Stripings gemacht, also eine Datei wird nicht auf zwei Festplatten verteilt, sondern auf beide Festplatten gleichzeitig geschrieben. Somit sind auf beiden Festplatten die identischen Daten, womit beim Ausfall einer Festplatte keine Daten verloren gehen.

RAID10

Hier wird RAID0 und RAID1 kombiniert, man setzt sozusagen zwei RAID0 Systeme in ein RAID1. Somit hat man ein System aus 4 Festplatten, das einen Festplattenausfall tolerieren kann, aber trotzdem den Geschwindigkeitsvorteil des Stripings nutzt.

RAID5

Ein System, bei dem durch die Verwendung sogenannter Parity Bits in einem System aus 4 Platten der Ausfall einer Platte toliert werden kann, das aber ebenfalls verteilt über die Festplatten schreibt und somit verhältnismäßig schnell ist.

Jetzt sieht das ja so aus, als sei ein RAID0, RAID10 oder RAID5 System alles, was man braucht. Aber das ist es nicht, denn zum einen schützt es einen nicht vor der eigenen Blödheit, dass man Dateien löscht. Weil gelöscht ist dann auch überall gelöscht. Zum anderen kann ein solches System durch äußere Einwirkung auch als ganzes kaputt gehen (Brand, Wasserschaden, Blitzschlag, …).

Wo bewahre ich meine Backups auf?

Oft vernachlässigt wird der Aufbewahrungsort des Backups. Weit verbreitet sind beispielsweise externe Festplatten, die am Rechner angeschlossen bleiben. Bei einer Überspannung, sind dann also gleich der Rechner (und damit das Original) als auch die am gleichen Stromkreis befindliche externe Festplatte (und damit das Backup) hinüber. Also hat der falsche Aufbewahrungsort dazu geführt, dass das gesamte Backup nutzlos war. Daher sollte das Backup im Idealfall an einem anderen Ort aufbewahrt werden, als das Original. Das schützt dann auch gleich vor Feuer, Wasserschaden, Diebstahl, …

Wie lange lebt mein Backup-Medium?

Ebenfalls häufig unbeachtet bleibt der Fakt, dass jedes Speichermedium nach einer gewissen Zeit seine Eigenschaften verliert. So ist eine CD häufig schon nach 5-10 Jahren nicht mehr lesbar, während eine DVD im Mittel bis zu 30 Jahre hält. Bei Festplatten hängt es stark von der Laufzeit und Qualität der Platten ab, aber häufig wird von einer Lebenserwartung von 5-10 Jahren ausgegangen. Ebenfalls wichtig ist die Frage der Lesegeräte und Dateiformate. Vor zwanzig Jahren war es üblich 5 1/4″ Disketten zu benutzen und jede Software hatte ein eigenes Dateiformat. Versucht mal, die heute (20 Jahre später) zu lesen. Eine lange Lebensdauer des Medium ist also nur die halbe Miete. Wer weiß schon, ob ich in 20 Jahren noch das .cr2 Raw-Bild aus meiner Kamera lesen kann, es also für mein Betriebssystem noch einen Raw-Konvertierer gibt.

Man sollte sich dessen bewusst sein, wenn man die Bilder der eigenen Hochzeit auf CD in den Schrank stellt, wird man sie den Enkelkindern nicht mehr zeigen können.

Langzeitarchivierung

Langzeitarchivierung ist ein Thema, das auch im industriellen Umfeld großteils unbehandelt ist. Der grundlegende Ansatz ist aber klar, man wählt einige Speichermedien, mit möglichst langen Lebensdauern aus, die ein gutes Preisleistungsverhältnis haben. Darauf speichert man seine Daten und stellt sicher, dass man seine Daten regelmäßig und frühzeitig auf neue Speichermedien umkopiert, um auch in Zukunft immer an die Daten ranzukommen. Bei jedem “Umkopieren” sollte man sich gegenenfalls Gedanken machen, ob man die Dateiformate in etwas moderneres konvertiert, wenn sich abzeichnet, dass sie bald nicht mehr unterstützt werden. Sowas lässt sich mit Hilfe von HFS (Hierarchische Dateisystem) automatisieren, aber für Fotografen wird das wohl immer von Hand passieren.

Meine Lösung

Ich habe hier einen Fileserver stehen, der 4×1.5TB Festplatten hat und im RAID5 läuft. Darauf schiebe ich sowohl die Bilder samt des Lightroom Katalogs als auch das Backup des Betriebssystems. Dann gibt es weiterhin eine externe 2TB Festplatte, auf der ebenfalls Bilder und Betriebssystem liegen. Dieses externe Platte ist in der Regel nicht in meiner Wohnung.

Ich habe hier jetzt viele Dinge außen vor gelassen, die sicherlich von Interesse wären. Wenn ihr also Interesse an weiterführenden Artikeln (Backup-Software, Versionierung/Snapshots,  Verifikation des Backups, Linux-Fileserver, …)  zu dem Thema habt, meldet euch in den Kommentaren, bei Twitter oder per Mail.

Wie funktioniert eigentlich der Kameraverschluss?

Ich habe in letzter Zeit im Rahmen der FotoAG des öfteren erklärt,  wie der Verschluss der Kamera eigentlich funktioniert. Manchmal einfach aus Interesse der Teilnehmer, meist aber wegen der Blitzsynchronzeit. Als Blitzsynchronzeit bezeichnet man die kürzeste Belichtungszeit, bei der man noch ohne Probleme mit einem Blitz fotografieren kann. Wählt man eine kürzere Belichtungszeit, dann landet das Blitzlicht nur auf einem Teil des Bildes, der Rest bleibt schwarz, oder zumindest dunkler. Hier mal eine Reihe von Bilder zur Veranschaulichung des Effekts:

1/200s

1/320s

 

1/500s

Man sieht sehr schön, wie der schwarze Balken immer größer wird, und die Erklärung dieses Effekts ist das Ziel dieses Artikels.

Der Sensor der Kamera wird von einem Verschluss verdeckt. Bei DSLR-Kameras ist das in der Regel ein sogenannter Schlitzverschluss, der aus zwei Vorhängen besteht. Wird der Kameraauslöser betätigt, klappt zuerst der Spiegel hoch. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, geht der erste Vorhang auf und legt den Sensor frei und danach verdeckt der zweite Vorhang den Verschluss wieder. Diesen Vorgang sieht man in dem folgenden Video sehr schön.

Wenn die Belichtungszeit kürzer wird, dann ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem der zweite Vorhang schon zugeht, bevor der erste Vorhang den Sensor komplett freigelegt hat. Somit hat das Blitzlicht keine Chance, Licht auf den gesamten Sensor zu bringen und der vom Verschluss verdeckte Teil des Sensors bleibt dann dunkel. In diesem Artikel ist das sehr schön mit Diagrammen erklärt: Sync About It

Im Fall der obigen Bilder liegt die Blitzsynchronzeit also irgendwo zwischen 1/200 und 1/320. Theoretisch wären mit meiner Kamera und dem verwendeten Blitz 1/250s möglich, allerdings schafft der billige Funkauslöser das nicht ganz, weshalb ich hier 1/200s gewählt habe und nicht 1/250s.

Alles klar? Manchmal hilft ein wenig Technikwissen also tatsächlich, bessere Bilder zu machen.