Am Sonntag hab ich in meiner Heimatstadt ein Handballspiel fotografiert. Es war nicht nur ein normales Spiel, sondern das Spiel, womit die Mannschaft endgültig Meister geworden und damit aufgestiegen ist. Dazu an dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch

Da es aber hier um Tipps und Tricks rund um die Fotografie gehen soll, ist der Artikel hier noch nicht vorbei, sondern es gibt noch ein paar Anmerkungen zum fotografieren solcher Sportveranstaltungen.
Fotografieren in Sporthallen
Sporthallen sind in der Regel eindeutig zu dunkel, um dort einfach drauflos zu fotografieren, deshalb möchte ich hier beschreiben, wie ich dabei vorgehe. Handball ist ein recht schneller Sport, aber für die meisten Sportarten gilt ebenso, dass durch die schnelle Bewegung eine kurze Belichtungszeit nötig ist, um scharfe Ergebnisse zu erhalten. Ich versuche hier zwischen 1/250s und 1/500s zu bleiben.
Da das Benutzen eines Blitzes in der Regel verboten ist, bleiben nur noch ISO und Blende, um die Lichtmenge zu vergrößern, die der Sensor aufnimmt. Hohe ISO-Werte führen zu Bildrauschen, deshalb fotografiere ich mit möglichst weit geöffneter Blende. Wenn man also plant, regelmäßig in Sporthallen zu fotografieren, lohnt sich der Kauf von lichtstarken Objektiven, ich benutze hier sehr gerne mein 70-200mm 2.8 von Sigma.
Nun muss man nur noch den ISO-Wert anpassen, am Sonntag war ein ISO Wert von ISO1600 nötig. Die Kamera stelle ich dann auf den manuellen Modus M und passe gelegentlich die Belichtungszeit noch ein wenig an. Man könnte hier auch die Zeitautomatik (AV bei Canon) benutzen, aber da die Lichtverhältnisse sich nicht wirklich stark verändern, bevorzuge ich den manuellen Modus.

Entrauschen und Schärfen
Nun habe ich eine Menge Bilder geschossen und da ich bei ISO1600 fotografiert habe weisen die Bilder das erwartete Bildrauschen auf. Das ist jetzt aber noch nicht unbedingt ein Grund, die Bilder gleich wieder zu löschen. Mittlerweile sind die Rauschfilter ziemlich gut geworden und es gibt sehr viele davon. Da ich sehr gerne Lightroom 3 benutze, mache ich auch hier keine Ausnahme. Nach dem Entrauschen schärfe ich die Bilder immer etwas nach, um die verlorenen Details wieder etwas zurück zu holen.
Hier erstmal die Einstellungen, die ich für die beiden Beispielbilder hier im Artikel in Lightroom 3 benutzt habe:

Im Abschnitt “Schärfen” ist es hier besonders wichtig, den Regler “Maskieren” zu benutzen. Dieser bewirkt, dass das Schärfen nur auf Kanten angewendet wird und nicht auch auf die Flächen. Kleiner Tipp noch an dieser Stelle, beim verschieben der Regler zum schärfen die Alt-Taste gedrückt halten.
Wenn ihr die Bilder in Photoshop schärfen wollt, dann ist die üblichste Variante dafür, den Filter “Unscharf maskieren” zu benutzen oder auch den “Hochpassfilter”.
Nicht unterbelichten!
Um euch die Enttäuschung zu ersparen, die ich mit meinen ersten Sportfotos hatte, noch ein letzter Hinweis: Niemals unterbelichten bei hoher ISO! Ich hatte naiv gedacht, ich gewinne etwas Belichtungszeit und damit Schärfe, wenn ich die Bilder eine Blende unterbelichte und das am Rechner einfach aufhelle. Sowas funktioniert bei ISO100 in der Regel recht gut, bei hohen ISO-Werten bekommt man dann allerdings schnell ein so starkes Farbrauschen, dass oft nur noch hilft, die Bilder in Schwarz-Weiß zu konvertieren.